
Frankfurt/Main (30.10.25) – Der Konzern steigerte im dritten Quartal seinen Umsatz im Vorjahresvergleich um vier Prozent auf 11,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 10,7 Milliarden Euro). Es war damit das umsatzstärkste Quartal in der Unternehmensgeschichte der Lufthansa Group. Dabei erwirtschaftete das Unternehmen einen operativen Gewinn (Adjusted EBIT) von 1,3 Milliarden Euro, der damit auf Vorjahresniveau liegt. Die operative Marge lag bei 11,9 Prozent (Vorjahr: 12,5 Prozent). Für die ersten neun Monate betrug das Adjusted EBIT 1,5 Milliarden Euro, 300 Millionen Euro über Vorjahr.
Das Konzernergebnis sank im dritten Quartal auf 1,0 Milliarden Euro und lag somit 12 Prozent unter Vorjahresniveau. In den ersten neun Monaten des Jahres verbesserte es sich damit auf rund 1,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 830 Millionen Euro).
Passagier-Airlines verbessern Ergebnis in den ersten neun Monaten deutlich
Im dritten Quartal begrüßten die Passagier-Airlines der Lufthansa Group rund 42 Millionen Fluggäste (Vorjahr: 40 Millionen) an Bord. Trotz des um drei Prozent gestiegenen Sitzplatzangebots konnte die Auslastung im dritten Quartal gegenüber Vorjahr leicht auf 87,5 Prozent gesteigert werden.
Insgesamt stieg der Umsatz der Passagier-Airlines im dritten Quartal auf 8,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 8,8 Milliarden Euro). Die Airlines erwirtschafteten einen operativen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro, was dem Vorjahresniveau entspricht.
Für die ersten neun Monate des Jahres summierte sich der Umsatz der Passagier-Airlines auf 23 Milliarden Euro, ein Wachstum von rund drei Prozent gegenüber Vorjahr. Das Adjusted EBIT verbesserte sich deutlich auf 914 Millionen Euro (Vorjahr: 825 Millionen Euro). Die positive Entwicklung ist im Wesentlichen auf niedrigere Treibstoffkosten, ein gestiegenes Beteiligungsergebnis sowie den Wegfall der finanziellen Streikbelastung im Vorjahr zurückzuführen.
Einen positiven Effekt hatte zudem die Stabilisierung des Flugbetriebs in den ersten neun Monaten. Die Pünktlichkeit verbesserte sich um 10 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Die Flugplanregelmäßigkeit lag bei 99 Prozent. Dadurch konnten die finanziellen Belastungen in Folge von Flugunregelmäßigkeiten um mehr als 200 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr gesenkt werden.
Die Stückerlöse (RASK) der Passagier-Airlines sanken aufgrund des starken Wettbewerbsumfelds im Kontinentalgeschäft sowie durch die erwartete temporäre Nachfrageabschwächung auf dem Nordatlantik im dritten Quartal um 2,2 Prozent.
Demgegenüber konnte der Anstieg der Stückkosten (CASK) ohne Treibstoff- und Emissionsaufwendungen begrenzt werden. Bei anhaltender branchenweiter Kosteninflation, insbesondere getrieben durch Standort- und Personalkosten, konnte der Stückkostenanstieg auf 0,5 Prozent gegenüber Vorjahr limitiert werden. Grund hierfür war die allgemeine Kostendisziplin sowie erste positive Effekte aus der konsequenten Umsetzung des Lufthansa Airlines Turnaround-Programms. Die in diesem Jahr realisierten Kostenmaßnahmen trugen zu einer Reduktion des Stückkostenanstiegs bei Lufthansa Airlines um 1,4 Prozentpunkte bei. Darüber hinaus führte der niedrige Ölpreis, unterstützt von einer schwachen Entwicklung des US-Dollarkurses, zu einer Entlastung bei den Treibstoffkosten.
Lufthansa Cargo steigert Ergebnis deutlich
Lufthansa Cargo konnte den positiven Trend des ersten Halbjahres im dritten Quartal fortsetzen und erwirtschaftete einen operativen Gewinn von 49 Millionen Euro (Vorjahr: 38 Millionen Euro). Neben solider Marktnachfrage und gesteigerten Volumina reflektiert das Ergebnis die konsequente Ausrichtung auf einen wettbewerbsfähigen Kern und profitables, nachhaltiges Wachstum.
Im Gegensatz dazu musste Lufthansa Technik im dritten Quartal bei anhaltend starker Nachfrage und wachsenden Umsätzen aufgrund von Zöllen und negativen Wechselkurseffekten einen Rückgang des operativen Ergebnisses auf 130 Millionen Euro verbuchen (Vorjahr: 161 Millionen Euro). Die bereits begonnenen Initiativen zur Abschwächung der negativen Auswirkungen aus Zöllen werden weiter konsequent vorangetrieben.
Adjusted Free Cashflow deutlich gesteigert, Bilanz gefestigt
Ein verbessertes operatives Ergebnis sowie Steuerrückzahlungen erhöhten den operativen Cashflow des Unternehmens. Zusammen mit einem niedrigeren Investitionsvolumen insbesondere aufgrund verzögerter Flugzeugauslieferungen begünstigte dies die Entwicklung des Adjusted Free Cashflows.
Der Konzern erwirtschaftete in den ersten neun Monaten mit 1,8 Milliarden Euro einen fast doppelt so hohen Adjusted Free Cashflow wie im vergangenen Jahr (Vorjahr: 1,0 Milliarden Euro). Im dritten Quartal lag er bei 818 Millionen Euro (Vorjahr: 128 Millionen Euro).
Die Nettokreditverschuldung reduzierte sich weiter gegenüber dem Jahresende 2024 auf nun 5,1 Milliarden Euro (31. Dezember 2024: 5,7 Milliarden Euro). Die Netto-Pensionsverpflichtungen sanken aufgrund des gestiegenen Bewertungszinssatzes um 440 Millionen Euro auf 2,1 Milliarden Euro. Die verfügbare Liquidität des Konzerns stieg im Vergleich zum Jahresanfang um 900 Millionen Euro auf 11,9 Milliarden Euro.
Till Streichert, Finanzvorstand der Deutschen Lufthansa AG:
„Trotz eines schwachen Nachfrageumfelds im dritten Quartal haben wir es geschafft, Kurs zu halten, so dass wir heute unsere Ganzjahresprognose erneut bestätigen können. Das vor allem für die Lufthansa Cargo entscheidende vierte Quartal liegt zwar noch vor uns, aber wir sind zuversichtlich, das für 2025 angekündigte signifikante Ergebniswachstum realisieren zu können, vor allem weil das Nachfrageumfeld für unsere Passagier-Airlines im vierten Quartal wieder deutlich positiver aussieht. 2026 wird im Zeichen von diszipliniertem Kapazitätswachstum mit Fokus auf unserem Langstreckengeschäft stehen. Außerdem steht die konsequente Umsetzung des Lufthansa Turnaround-Programms ganz oben auf der Agenda.“
Mitarbeiterzufriedenheit klar verbessert
Positive Resultate ergab die jährliche konzernweite Mitarbeiterbefragung “involve me!”. Der Engagement-Index, der verschiedene Faktoren, wie Motivation, Zufriedenheit und Arbeitgeber-Attraktivität abbildet, erreichte mit einem Durchschnittswert von 3,9 den höchsten Stand seit Einführung der Messung vor zehn Jahren (abgesehen von der Sondersituation während der Pandemie).
Ausblick
Die Vorausbuchungen zeigen für das vierte Quartal wieder ein stabileres Nachfrageumfeld für alle Verkehrsregionen. Gemessen am aktuellen Buchungsstand liegen sowohl Auslastung als auch Durchschnittserlöse ungefähr auf Vorjahresniveau. Eine zunehmende Stabilisierung ist auch für die wichtigen Verkehrsregionen Nordatlantik und Europa zu beobachten.
Trotz anhaltender globaler Unsicherheiten bestätigt die Lufthansa Group die Prognose für das Gesamtjahr und erwartet bei einem Kapazitätswachstum von rund vier Prozent ein operatives Ergebnis (Adjusted EBIT) signifikant über dem Vorjahr (Vorjahr: 1,6 Milliarden Euro).
Für den Adjusted Free Cashflow kalkuliert das Unternehmen weiterhin mit einem Wert auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 840 Millionen Euro). Darin enthalten sind Nettoinvestitionen, vor allem für die fortschreitende Flottenerneuerung, in Höhe von 2,7 bis 3,3 Milliarden Euro.